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Thermocut-Technik & Recycling: Wie Unternehmen ihren CO₂-Fussabdruck bei der Fassadensanierung senken


1. Warum der CO₂-Fussabdruck von Fassadensanierungen plötzlich Chefsache ist


Gebäude gehören weltweit zu den größten Klimatreibern: Laut UN, IEA und World Green Building Council verursacht der Gebäude- und Bausektor rund ein Drittel der energiebezogenen CO₂-Emissionen – je nach Quelle ca. 30–39 % der globalen Emissionen.(UNEP - UN Environment Programme)

Dazu kommen zwei Ebenen:

  • Betriebsenergie: Heizen, Kühlen, Strom – das sind die „operational emissions“.

  • Graue Emissionen: Also die Emissionen aus Herstellung, Transport und Entsorgung von Baustoffen wie Beton, Stahl oder Dämmstoffen – das nennt man „embodied carbon“.(alcbt.gggi.org)

Gleichzeitig verschärfen EU und Schweiz den Druck auf Unternehmen:

  • Die EU-CSRD verpflichtet große Firmen zu detaillierter Klimaberichterstattung – inklusive indirekter Emissionen in der Wertschöpfungskette (Scope 3) wie Bau, Sanierung und Entsorgung.(Finance)

Wer in Zukunft saniert, ohne über CO₂, Recycling und Dokumentation nachzudenken, bekommt Probleme – mit Regulierung, Kund:innen und den eigenen Kosten.

Genau hier spielt Thermocut-Technik ihre Stärken aus.


2. ALTE HBCD EPS-Dämmung: Teil des Problems oder Teil der Lösung?

Expandiertes Polystyrol (EPS) ist einer der wichtigsten Dämmstoffe in der Fassade. Die Herstellung erzeugt zwar CO₂, aber:

  • EPS hat im Vergleich zu vielen anderen Schaumdämmstoffen relativ niedrige „embodied carbon“-Werte und

  • spart über seine Lebensdauer deutlich mehr Energie und CO₂ ein, als bei der Produktion entsteht.(ecohome.net)

Je nach Gebäude und Klima kann eine gute EPS-Fassade die CO₂-Emissionen für Heizen und Kühlen um bis zu rund 50 % reduzieren.(eps.co.uk)

Das Problem entsteht nicht primär durch das Material an sich, sondern durch unsauberen Rückbau und fehlende Kreislaufführung:

  • komplette Abrisse statt selektiver Sanierung

  • vermischte Abfälle (Putz, Kleber, Bitumen, EPS, Mauerwerk)

  • Deponie oder Verbrennung statt Recycling

Jede Tonne Dämmstoff, die auf der Deponie landet, bedeutet:

  1. zusätzliche Transportemissionen,

  2. verlorene Rohstoffe und

  3. neue Produktion von Ersatzmaterialien – inklusive der damit verbundenen grauen Emissionen.

3. Was Thermocut-Technik besonders macht

Thermocut steht für präzise, thermische Trennung von Fassadenaufbauten und Dämmmaterialien. Im Gegensatz zu klassischen Abrissmethoden (Stemmhammer, Fräse, „Abriss mit der Brechstange“) ermöglicht Thermocut:

  • saubere Schnitte durch EPS/Polystyrol, auch bei komplexen Details

  • kontrolliertes Abtrennen von Schichten (Putz, Armierung, Dämmung, Kleber, Untergrund)

  • gezieltes Öffnen nur dort, wo Diagnose und Planung einen tatsächlichen Sanierungsbedarf zeigen

In Verbindung mit einem Diagnose-Konzept (z. B. Lecksuche an Flachdächern, Feuchte- oder Schadensanalyse) wird aus dem „Abrisswerkzeug“ ein präzises Instrument zur Materialtrennung und Wertstoffsicherung.

4. Wie Thermocut Recyclingquoten erhöht – und CO₂-Emissionen senkt

4.1 Sortenreine Trennung als Schlüssel

Recycling funktioniert nur dann wirtschaftlich, wenn die Fraktionen sauber getrennt sind. Mit Thermocut kann EPS HBCD beispielsweise gezielt von:

  • Bitumenbahnen

  • Armierungsschichten und Putz

  • Kleberresten

  • Unterkonstruktionen und Mauerwerk

getrennt werden.

Das Ergebnis:

  • höherer Anteil sortenreines EPS, das zu Rezyklat oder neuen Dämmstoffen weiterverarbeitet werden kann, statt als Mischabfall zu enden.(swisspor)

  • kleinere Mengen an Restfraktionen, die einfacher entsorgt oder thermisch verwertet werden können.

Da EPS-Dämmungen über ihren Lebenszyklus deutlich mehr Energie einsparen, als für ihre Herstellung benötigt wird, lohnt sich jede Tonne, die man im Kreislauf hält, doppelt.(unipod.com.au)


4.2 Weniger Volumen, weniger Transporte, weniger CO₂

Dank präziser Schnitte lässt sich das Material effizienter stapeln, verdichten und logistisch planen:

  • weniger Fahrten zur Deponie oder zum Recyclinghof

  • höhere Nutzlast pro Transport

  • gezieltere Routenplanung

Gerade im Scope-3-Bereich (Transport & Entsorgung) sind solche Optimierungen ein direkt messbarer Hebel im CO₂-Reporting.(lune.co)


4.3 Bestand schonen statt neu bauen

Je genauer du mit Thermocut arbeiten kannst, desto mehr tragende Bauteile (Mauerwerk, Beton, Unterkonstruktionen) bleiben erhalten.

Das ist relevant, weil insbesondere Zement/Beton und Stahl zu den größten Einzelfaktoren bei den globalen Industrieemissionen zählen.(World Green Building Council)

Jede vermiedene Tonne Beton oder Stahl spart große Mengen an grauem CO₂ – und reduziert gleichzeitig Kosten für Material, Transport und Einbau.


5. CO₂-Fussabdruck, CSRD & Scope 3: Was Unternehmen künftig nachweisen müssen

Mit der CSRD und ähnlichen Regelungen steigt der Druck auf Unternehmen, transparente Klimabilanzen vorzulegen. Dazu gehören:

  • Scope 1: Direkte Emissionen (z. B. firmeneigene Fahrzeuge, Generatoren auf der Baustelle)

  • Scope 2: Emissionen aus eingekaufter Energie (Strom, Fernwärme)

  • Scope 3: Alle übrigen indirekten Emissionen in der Wertschöpfungskette – z. B. Materialherstellung, Bauleistungen, Abfallentsorgung, Transport.(lune.co)

Sanierungen, Rückbau und Entsorgung fallen überwiegend unter Scope 3. Für Unternehmen bedeutet das:

  • Sie müssen Mengenströme (z. B. kg EPS, Putz, Beton) dokumentieren,

  • Emissionsfaktoren aus EPDs und Datenbanken nutzen(ScienceDirect)

  • und zeigen, wie viel recycelt statt deponiert wurde.

Mit Thermocut-Technik lässt sich genau das einfacher umsetzen:

  • Dokumentierbare Schnitt- und Materialbereiche

  • klare Trennung nach Materialfraktionen

  • aussagekräftige Nachweise für Recyclingpartner und Berichte


6. Zusammenspiel mit moderner Technik: Vom Schnitt zur datengestützten Klimastrategie

Thermocut ist der physische Hebel auf der Baustelle. Richtig spannend wird es im Zusammenspiel mit Digitalisierung und Analyse:

  1. Digitale Erfassung der Bestandsfassade

    • BIM-Modelle, 3D-Scans oder Drohnenaufnahmen mit Thermografie helfen, Sanierungsbedarf gezielt zu lokalisieren.(smartlivinglab.ch)

  2. Diagnose-First-Konzept

    • Lecksuche, Feuchte- und Schadensanalyse liefern Daten, wo Thermocut überhaupt eingesetzt werden muss – der Rest bleibt unangetastet.

  3. Material-Tracking & Reporting

    • Apps oder ERP-Schnittstellen erfassen:

      • geschnittene Fläche/Volumen

      • Gewicht je Materialfraktion (EPS, Putz, Beton …)

      • Anteil Recycling vs. Deponie

    • Diese Daten fließen direkt in CO₂-Bilanzen und CSRD-Reports.

  4. KI-gestützte Auswertung (optional)

    • Mit genügend Projektdaten lassen sich zukünftige Sanierungen simulieren:

      • Welche Sanierungsvariante bringt die größte CO₂-Einsparung?

      • Wo ist selektiver Rückbau mit Thermocut wirtschaftlich und ökologisch am sinnvollsten?

Damit wird aus einem „Werkzeug für Dämmung“ ein Baustein einer datengetriebenen Klimastrategie im Unternehmen.


7. Praxisablauf: So nutzen Unternehmen Thermocut für ihre CO₂-Strategie

Ein möglicher Workflow für Bauunternehmen, Eigentümer oder Industriebetriebe:

  1. CO₂-Ziele & Reporting-Anforderungen klären

    • Welche Gebäude fallen in den Scope?

    • Welche Berichtsstandards (CSRD, GHG Protocol, eigene ESG-Strategie) gelten?

  2. Diagnose-First durchführen

    • Lecksuche & Zustandsanalyse von Dach und Fassade

    • Klare Entscheidung: Was muss wirklich geöffnet werden?

  3. Thermocut-gestützter Rückbau

    • Selektive Öffnung nur in den Schadenszonen

    • Saubere Trennung der Dämmung und übrigen Schichten

  4. Recyclinglogistik planen

    • Kooperation mit Recyclingpartnern für EPS & andere Stoffe

    • Dokumentation von Mengen, Wegen, Verwertungsarten

  5. CO₂-Bilanz und Reporting

    • Verwendung von EPD-Daten und CO₂-Faktoren

    • Integration in Nachhaltigkeitsbericht, CSRD-Report, ESG-Kennzahlen


8. Fazit: Thermocut – Technik, die aus CO₂-Kosten Wettbewerbs­vorteile macht

Der Druck auf Unternehmen, ihren CO₂-Fussabdruck zu reduzieren und transparent zu machen, wird in den nächsten Jahren massiv steigen. Gerade im Bausektor, der für einen großen Teil der globalen Emissionen verantwortlich ist, sind Lösungen gefragt, die Praxis und Klimaziele verbinden.(unfccc.int)

Thermocut-Technik bietet hier drei entscheidende Vorteile:

  1. Präziser Rückbau statt Abriss mit der Keule – das schont den Bestand und reduziert graue Emissionen.

  2. Mehr Recycling, weniger Deponie – saubere Trennung von HBCD EPS und anderen Baustoffen macht Kreislaufwirtschaft überhaupt erst möglich.

  3. Messbare Effekte für CO₂-Reporting – Mengen, Wege und Recyclingquoten lassen sich dokumentieren und in Berichte integrieren.

Wer Thermocut mit Diagnose-First, digitaler Datenerfassung und klarem Recyclingkonzept kombiniert, macht aus der nächsten Fassadensanierung nicht nur ein Bauprojekt – sondern einen messbaren Beitrag zur Klimastrategie des Unternehmens.


 
 
 

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